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Stellen Sie Ihr Auto auf einem der Parkplätze an der Altlandsberger Chaussee ab (gegenüber dem "Seeschloß" zum Beispiel). Kommen Sie zu Fuß oder per Rad von der S-Bahn? Dann wandern oder radeln Sie die schöne Bötzseestraße entlang bis zur Chaussee. Diese gehen Sie ein Stück ostwärts (Vorsicht, starker Autoverkehr) bis zu dem Weg, der links von der Chaussee schräg hinunter in das Postbruch führt. Und schon sind Sie mitten in der Natur. Wiesen, Felder, oft weiden hier Kühe und Pferde. An der Postbruchhütte können Sie sich noch einmal stärken, und nun gehts am Ufer des herrlichen Bötzsees entlang. Rechts von uns steigt der Wald an, es duftet nach Harz, Moos, Blumen, von links umweht uns der Geruch nach Wasser, Schilf, Moder. An großen und kleinen Badestellen vorbei kommen Sie am Ende des Sees zum Restaurant "Spitzmühle". Sie können einen Abstecher zum gleich nebenan gelegenen idyllischen Fängersee machen, Rast halten oder Sie gehen die Straße entlang weiter, bis es linksherum wieder in Richtung See geht. Der sich mehrmals verzweigende, manchmal direkt am Ufer, dann wieder auf halber Höhe durch den Wald führende Weg bietet immer neue, wechselnde, reizvolle Ausblicke auf den See. Hier gibt es noch Natur pur. Die gibt es auch am FKK-Strand.

Foto: Sievert/Artfactor

Auch an diesem Ufer gibt es große und kleine Badestellen. Einer Sage nach soll der Bötzsee unendlich tief sein.
Kalte Strömungen gibt's, mitten im See. Rechts vom Wanderweg führt eine Treppe zum Campingplatz. Dieser und die Bungalowsiedlung sind ein beliebtes Ziel für Urlauber.
Wir nähern uns dem Strandbad Seeschloss, schon von weitem akustisch wahrnehmbar durch das laute Stimmengewirr badender Menschen. Hier verlockt nun ein herrlicher Sandstrand endgültig zum Baden. "Bei oben ohne", sagte ein Bekannter zu mir, "sieht schon keiner mehr hin."
Na, der vielleicht nicht.
Zeit, die Sie für diese einmalig schöne Wanderung einplanen sollten: Etwa drei Stunden zu Fuß, eine gute dreiviertel Stunde per Fahrrad.
Noch ein Tip: Wollen Sie den schönsten Augenblick des Tages erleben?
Gehen sie kurz vor Sonnenaufgang an den See. Ringsum Stille. Die Wasserfläche glatt, nur manchmal leicht vom Wind gekräuselt. Ab und zu ein leises Plätschern. Ein Fisch? Ein Wasservogel. Im Wald zwitschern sich die Vögel wach. Manchmal liegt ein Nebelschleier über dem Wasser, löst sich langsam auf. Die ersten Sonnenstrahlen tasten sich erst zaghaft, dann immer stärker auf Wald, Strand, Wasser. Und plötzlich erstrahlt alles im glänzenden Sonnenlicht.
Der Tag erwacht.

Hans-Joachim Riegenring (1924-2002)