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Schöffen gesucht

Wer möchte Schöffe werden?

Zwischen August und Oktober 2018 finden an den Amts- und Landgerichten die Wahlen der Schöffen - ehrenamtliche Richter in der für die ordentliche Gerichtsbarkeit - für die neue, am 1.1.2019 beginnende, fünfjährige Amtsperiode statt.

Die Gemeinde Petershagen/Eggersdorf sucht Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Schöffin oder Schöffe am Amtsgericht Strausberg oder am Landgericht in Frankfurt (Oder) haben. Interesse an der Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter teilen Sie bitte bis zum 23. April 2018 in der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf schriftlich, telefonisch (03341/414938) oder persönlich mit. Mike Salzwedel, Justiziar

» Ein Formular zur Anmeldung kann hier heruntergeladen werden.

Schöffenwahl 2018
Bis 23.04.2018 Bewerbungen möglich

Im Jahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von
2019 bis 2023 gewählt. Gesucht werden in unserer Gemeinde insgesamt 8 Frauen und
Männer, die am Amtsgericht Strausberg und Landgericht Frankfurt (Oder) das Schöffenamt
ausüben. Die Gemeindevertretung ist verpflichtet, doppelt so viele Kandidaten
vorzuschlagen, wie an Schöffen benötigt werden. Aus diesen Vorschlägen wählt der
Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Haupt- und
Hilfsschöffen.
Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die in der Gemeinde wohnen und am
1.1.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche
Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer
Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein
Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der
Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch
hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte,
Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.
Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in
seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und
Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, d. h. die
Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet
ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden
ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann aus
beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht
der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen
erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung über
besondere Erfahrung verfügen.
Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit,
Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des
anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse
irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich.
Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert
sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe
Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre
Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über
Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben
anderer Menschen durch das Urteil. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch
in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines
Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat für zutiefst unsympathisch gehalten wird oder
die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.
Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes
Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen
kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder
Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche
Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder
für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das
Schöffenamt nicht anstreben.
In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft
vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten
überzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das
Fragerecht zu. Sie müssen sich verständlich ausdrücken, auf den Angeklagten wie andere
Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen
wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.
Interessenten bewerben sich für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen bis zum
23. April 2018 der Gemeindeverwaltung.