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Frühjahrsprogramm für
"Kino in der Petruskirche"
Neue bewegende Filme
Malaysia – seit 1957 unabhängig – gilt als wirtschaftlich aufstrebend. Seine Hauptstadt Kuala Lumpur liegt in Westmalaysia, wo ca. 80 Prozent seiner 28-Millionen-Bevölkerung leben. Das viel größere Ostmalaysia auf der Insel Borneo ist die Heimat vor allem von indigenen Völkern mit einem hohen Anteil von Christen (neun Prozent). Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebenen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und bis 4000 Meter hohen Bergen versucht Malaysia mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Aber das ist nur die eine Seite dieses südostasiatischen Landes. Denn Korruption, Ungerechtigkeit und vor allem die Menschenrechtsverletzungen prägen seine andere Seite. Daran Kritik zu üben, ist in Malaysia gefährlich. Deshalb haben die dort lebenden Christen in ihrer Gottesdienstliturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Der diesjährige Weltgebetstag der Frauen (2. März) ist den malayischen Christinnen gewidmet. Auch die beiden nächsten Filme, die im Februar und März in der Petruskirche Petershagen in der Reihe „Kino in der Kirche" gezeigt werden, haben malayische Problemthemen zum Inhalt.
10. Februar, 19.30 Uhr, Petruskirche:
„The Tiger Factory"
Die 19jährige Ping träumt davon, die Perspektivlosigkeit ihres Heimatlands Malaysia verlassen zu können, um anderswo ihr Glück zu finden. Als ihr eine Arbeit in Tokyo in Aussicht gestellt wird, wähnt sie sich ihrem Traum ganz nah. Um das nötige Geld für die Überfahrt zu beschaffen, arbeitet sie morgens in einer Schweinezuchtanlage, nachmittags spült sie Geschirr in einer Imbissbude. Da aber selbst diese zwei Jobs nicht genug Geld abwerfen, geht sie auf ein Angebot ihrer Tante ein. Diese nötigt Ping, mit einem illegal eingewanderten Burmesen ein Kind zu zeugen und es nach der Geburt der Tante gegen eine bestimmte Summe zu überlassen. Die verkauft kleine Kinder an Menschenhändler.  
Der mit Laiendarstellern gedrehte Spielfilm präsentiert Menschenhandel und Missbrauch als kalte Normalität in Malaysia. Eine der beklemmenden Szenen: Noch benommen und ihres ersten Kindes beraubt, liegt die junge Frau Ping in einem fensterlosen Raum – alleingelassen und ohne ein erkennbares Zeichen von Emotion. Zusammen mit den davor gezeigten unwürdigen Arbeitsverhältnissen der jungen Frau, stellt sich beim Zuschauer ein Gefühl von zornigem Mitleid ein.
Regie: Woo Ming Jin; Malaysia, Japan 2010;  84 Minuten.

9. März, 19.30 Uhr, Petruskirche:
„Woman on Fire Looks for Water"
Eine ländliche Love-Story mit Hindernissen, die in einem verschlafenen malayischen Fischerdorf spielt.  Das Tagewerk von Vater und Sohn wird bestimmt vom blutigen Handwerk des Fische- und Frösche-Zerteilens. Da der Vater glaubt, dass er bald sterben wird, will er noch einmal seine alte Liebe sehen. Zur gleichen Zeit macht der Sohn seine ersten Erfahrungen mit einem Mädchen, das in einer Fabrik arbeitet. Im Kontrast zwischen der beiläufigen Brutalität ihrer Arbeit und der zärtlichen Beschreibung der innigen Vater-Sohn-Beziehung liegt eine der Stärken dieses visuell beeindruckenden Filmes über das Bedauern von verpassten Gelegenheiten. Der Film zeichnet sich durch große visuelle Schönheit aus. In langen distanzierten Einstellungen, die den Figuren viel Zeit lassen, entwickelt sich eine Atmosphäre von tiefer Melancholie. Regie: Woo Ming Jin; Malaysia 2009; 98 Min. 
Der Eintritt zu allen Filmvorführungen ist traditionell frei, um Spenden wird gebeten. Bei kühler Witterung ist die Kirche natürlich geheizt.